Der Zynismus des WWF
Meine Antwort an den WWF
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Auch wenn ich mir im allgemeinen Mühe gebe, meine Emotionen unter Kontrolle zu halten, hätte ich Herrn Prokosch persönlich gegen übergestanden, so hätte ich ihm wahrscheinlich eine Ohrfeige verpasst. So mußte ich mich denn mit einer verbalen Attacke begnügen.
Von: Christina Kremer [info@fueralletiere.de]
Gesendet: Dienstag, 19. September 2006 14:26
An: Prokosch@wwf.de
Betreff: Ihre Stellungnahme vom 05.09.2006 an Frau Martin
Sehr geehrter Herr Dr. Prokosch,
Ihre o.a.Stellungnahme macht im Internet inzwischen die Runde und so habe auch ich sie erhalten. Ich würde jetzt gerne sagen; ich bin entsetzt über Ihre Aussagen zur Chemikalienpolitik und insbesondere über Ihre Befürwortung von Tierversuchen. Ich bin es aber nicht.
Ihre Antwort entspricht genau dem Bild, was ich mir bisher von Ihrer Organisation gemacht habe. Wie Sie ja selbst gesagt haben, verstehen Sie den WWF als eine Naturschutz- und nicht als eine Tierschutzorganisation. Und genauso argumentieren Sie auch. Nur sind Sie dann bitte so konsequent und schweigen Sie sich über Themen aus, von denen Sie offenbar nichts verstehen.
Es gibt inzwischen zigfache Studien, die belegen, dass jedweder Tierversuch nicht nur nichts an Erkenntnissen bringt, sondern sogar nur schadet, weil die Ergebnisse schlichtweg nicht auf den Menschen übertragbar sind. Die ganze Tierversuchsindustrie dient doch einzig allein dazu, die Regressansprüche an die Pharma- und sonstige Industrie zu reduzieren und nicht etwa dazu, das Risiko für den Menschen oder die Umwelt zu vermindern oder gar auszuschalten.
Wenn tatsächlich der politische Wille vorhanden wäre, Tierversuche auch nur zu reduzieren, glauben Sie dann wirklich, dass dann in Deutschland und anderswo noch neue Tierversuchszentren für mehrere Millionen Euro gebaut würden? Wäre es da nicht viel logischer, die alternativen Methoden voran zu treiben? Und wäre es nicht sehr viel logischer, wenn Tierversuche und nicht die Alternativmethoden evaluiert werden müssten?
Die Aussagefähigkeit von Tierversuchen wurde bisher weder von den Politikern, noch von den Tierexperimentatoren und schon gar nicht von Organisationen wie der Ihren in Frage gestellt. Warum ist das wohl so? Ich kann es Ihnen sagen: Es geht ausschließlich um Profit. Alle Welt behauptet zwar, dass sie die Kosten dieser Versuche gerne verringern würden, weil die tierversuchsfreien Methoden doch um so vieles billiger wären, aber leider gibt es eben für manche Versuche noch keine Alternativen.
Und genau diese Aussage, Herr Dr. Prokosch, ist eine der scheinheiligsten Lügen, die mir bisher untergekommen sind. Die meisten Tierversuche gehen inzwischen auf das Konto der Grundlagenforschung und der Gentechnik. Und da geht es um lieb gewordene Gewohnheiten, knallharten Profit und um Befriedigung der persönlichen Eitelkeiten der Wissenschaftler. Bei der Chemikalienpolitik geht es lediglich darum zu prüfen, wie schädlich oder harmlos ein Stoff ist. Und für diese Prüfungen gibt es schon längst Alternativen zum Tierversuch.
Zu dieser Thematik empfehle ich Ihnen dringend einen Besuch auf der Website der Ärzte gegen Tierversuche
Ärzte gegen Tierversuche. Dort finden Sie alle notwendigen Informationen.
Wenn nun aber der WWF sich öffentlich zur Notwendigkeit von Tierversuchen bekennt, so beweist er zum einen damit, dass er sich mit der Thematik nicht kritisch genug auseinander gesetzt hat oder aber nicht willens ist, gegen den Strom zu schwimmen. Der Schaden, der für die Tiere hiermit angerichtet wird, ist immens. Ist Ihnen eigentlich nicht bewußt, wie viel Zynismus in Ihrem Satz steckt: "Der WWF fordert, dass bei nachgewiesen notwendigen Versuchen mit größter Rücksicht auf die Tiere verfahren wird" ? Die Rücksichtnahme auf die Tiere beim L 50 Test ist enorm. Man flößt den Tieren solange die giftige Substanz in jeweils erhöhten Dosen ein, bis die Hälfte von ihnen krepiert ist. Dann weiß man, wie hoch die Konzentration sein muß. Die andere Hälfte der Tiere wird nach dem Versuch auch getötet.
Selbstverständlich mit der größten Rücksichtnahme.
Mit freundlichen Grüßen
Christina Kremer
www.fueralletiere.de
Anmerkung:
Wie nicht anders zu erwarten, habe ich von Herrn Dr. Prokosch bis heute keine Antwort erhalten. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, wenn man weiß, dass der WWF in den USA die treibende Kraft für das Tierversuchsprogramm "Endocrine disruptor screening programme“ der US-Umweltschutzbehörde EPA ist. Die Einzelheiten können Sie unter dem Link
WWF International und Tierversuche nachlesen.
Da sollten Sie sich in Zukunft gut überlegen, wem Sie Ihre Spendengelder anvertrauen.